Strolche in den USA

Pascal Paepke: Deutsche Sterne in Los Angeles

Mit dem Mercedes-Meisterbrief unter die Sonne Kaliforniens / Lauterbacher Strolch sucht sein Glück

 

Warum ein Lauterbacher Strolch einem deutschen Stern nach Los Angeles (LA) folgt, das hat viele Gründe. An erster Stelle würde für Pascal Paepke ein großer Wunsch in Erfüllung gehen, denn er liebt die Stadt, wo es auf dem „Walk of Fame“ vor Sternen nur so wimmelt. Sein Lieblingsstern fährt aber eher durch die Straßen der Metropole. Die „Amis“ stehen auf Mercedes. Dementsprechend gibt es viele Werkstätten und viele Spezialisten. Pascal dachte, wenn ein Lauterbacher Strolch sein beruflichesEndFragment Glück in Los Angeles sucht, dann sollte er den deutschen Meisterbrief der Kraftfahrzeugtechnik in der Tasche haben.
„It never rains in Southern California“, sang Albert Hammond 1972 und das Lied zog um die ganze Welt. Wer es warm und trocken mochte, auf Flower Power stand, der folgte dem Versprechen. Auch Deutsche leben im Sonnenstaat an der Westküste der USA. „Die Straßen von San Francisco“ mit Karl Malden und Michael Douglas haben die Deutschen bis heute nicht vergessen. Kalifornier sind toleranter als der Rest der USA.
In der Nacht zum 25 Juni 1994 wurde Pascal Paepke in Lauterbach geboren. Was gleich mit in der Wiege lag, waren die Lauterbacher-Strolch-Gene. Jedoch kaum geboren betrat der Ministrolch mit etwas über einem Jahr Lebenszeit zum ersten Mal kalifornische Erde. Seither ist war er insgesamt 12 Mal an den schönsten Stränden der Welt und sang: „It never rains in Southern California“. Was sich mit der Zeit herauskristallisierte. Hier könnte ich eine Zeit lang leben. Als Lauterbacher Strolch bringt er alles mit: Gute Schulnoten und eine solide Berufsausbildung. „Lauterbacher Handwerksbetriebe brauchen sich nicht verstecken.“ Doch bevor er überhaupt ein Gedanken an Auswanderung tat, wollte er den deutschen Meisterbrief in der Tasche haben. Um Land und Leute noch besser kennenzulernen, macht er jetzt ein Praktikum in Huntington Beach (190 000 Einwohner).
Die Chance, einen Lauterbacher in LA zu treffen, der zweifelsohne den berühmten Arnold-Schwarzenegger-Satz „I'll be back“ fehlerfrei auswendig kann, ist groß. Wie jeder Hollywoodbesucher hat sich Pascal vor den Buchstaben der Filmstadt fotografieren lassen und die wichtigsten Sterne besucht. LA ist seine Lieblingsstadt. Zieht er durch ihre Straßen, dann oft mit dem Lauterbacher Strolch auf der Brust. Vielleicht halten ihn die „Amis“ für eine Art Superman: „Who the fuck is this Lauterbacher Strolch?!“ Kann man aus vielen Gesichtern lesen. Vielleicht ist es die hessische Antwort auf Hulk.
„Es ist nicht alles Gold, was glänzt!“ Und dennoch hätte Pascal einen Wunschbetrieb, wo er seinen amerikanischen Traum wahrscheinlich in die Tat umsetzen würde. „Es gibt da einen Mercedeshändler in LA...“ Etwa 10 000 Fahrzeuge werden dort jährlich verkauft und 300 Beschäftigte bieten Tag für Tag perfekten Service, so dass rund 600 Autos pro Tag die Werkstatt verlassen. „Die Herausforderung für diese anspruchsvolle Kundschaft, es sind viel Kunden der High-Performance-Marke AMG darunter, zu arbeiten, ist ein reizvoller Gedanken.“ Ein Angebot hat man ihm schon gemacht. „Das schmeichelt, aber der Weg zu einer Greencard ist auch für Deutsche nicht leicht.“ Im Moment konzentriert er sich auf die Praktikumstelle und seine 77 Arbeitskollegen.
Wie sieht die andere Seite der Medaille aus? Was schätzen die „Amis“ an ihrem Praktikanten mit Meisterbrief? Ordnung, Ehrgeiz, schnelles Arbeiten, Verbindlichkeit, Pünktlichkeit und Strukturiertheit. Freunde in Deutschland nennen ihn „Peppi“. Seine US-Kollegen rufen ihn alle „The German Machine“.
„Ich bin ein Lauterbacher Strolch – aber bekleidet und ohne Botanisiertrommel vorm Bauch“, lacht er. Was er meint: Sein Blick reicht immer zum Horizont. „Ich komme dem Strolch schon sehr nahe, wie er auf der Internetseite (lauterbacher-strolch.com) von Ute Kirst beschrieben ist.“ Viele seiner Freunde hätten ähnliche Eigenschaften: „Zusammenhalten und niemals die Bodenhaftung verlieren.“ Das Zitat Nomen est omen sei hinfällig. Denn in Lauterbach steht Strolch für Ehrlichkeit.
„Mit guten Ideen und Zielstrebigkeit kann man in USA viel erreichen“, ist er überzeugt. Dennoch bleibt Heimat wichtig. Er denkt oft an das schützende Nest seiner Heimatstadt. Selbst wenn er bei ersten Ausflügen manchmal Federn lassen musste, immer waren die Eltern für ihn da. „Ich hatte eine wundervolle Kindheit und danke meinen Eltern, dass sie mich gut und selbstständig erzogen haben!“
Auch im gesellschaftlichen Leben hat Pascal in Lauterbach Spuren hinterlassen. Als Pascal I und Julia I waren sie das jüngste Prinzenpaar der Vereinsgeschichte beim „Tumaba“. Auch bei der Freiwilligen Feuerwehr versah er seinen Dienst trotz knapper Freizeit.
Was der Karnavalist sehr bedauert, er kann in diesem Jahr zur Kampagneneröffnung des „Tumaba“ nicht in Lauterbach sein. Das trifft ihn hart. „Von der Fastnacht versteht man im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nichts!“ Was er noch vermisst: „Das gute Steinofenbrot aus der Bahnhofstraße und die Hausmacher Wurst aus Frischborn und vom Ankerturm. Jedoch fehlt mir am meisten das Essen von Mama!